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Coaching oder Therapie?

„Der Mensch, der den Berg versetzte,
war der selbe,
der anfing kleine Steine weg zu tragen!

(Chinesisches Sprichwort)

QUO VADIS COACHING?

Kürzlich hatte ich auf Instagram eine spannende Intervision (Austausch unter Experten / kollegiale Beratung in psychosozialen Berufen) mit mehreren deutschen Berufskolleginen.

Es ging darum, dass der Ruf nach Qualitätssicherung im Bereich der psychosozialen Berufe immer lauter wird! Aber dazu unten noch mehr, erst möchte ich mal die Basis kurz skizzieren.

WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN COACHING UND THERAPIE?

Das ist mitunter eine der meist gestellten Fragen, die mich in den letzen Jahren persönlich oder auf digitalem Wege erreicht hat!

Vereinfacht gesagt: Die Grenze zwischen Coaching / Psychosozialer Beratung und Psychotherapie liegt in der Abgrenzung zwischen

GESUND ODER KRANK!?

Psychosoziale Beratung darf anbieten, wer nach dem 5-semestrigen Lehrgang Dipl. Lebens- und Sozialberater ein Universitätsstudium mit Magister oder Master abgeschlossen hat. Es ist die professionelle Art von Beratung (engl. Counseling/Counselling).

Sie unterstützt KlientInnen in ihren versch. Lebensbereichen und -phasen unter Einbezug ihrer persönlichen Ressourcen präventiv und entwicklungsorientiert, spezifische alltagsrelevante Kompetenzen entwickeln zu können.

Was das genau heißt, dazu unten noch mal detaillierter.

Im Vergleich dazu versteht sich Psychotherapie eher als eine kurative Intervention, die Behandlung, Heilung und Krankheitsbewältigung beinhaltet.

PsychotherapeutInnen diagnostizieren psychische Krankheiten, behandeln auch Menschen, die Verhaltensstörungen oder Leidenszustände haben. Bei krankheitswertigen Diagnosen kann, je nach Angebot, mit der Krankenkasse verrechnet werden. Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren.

Also kurz gesagt, Coaches und Psychosoziale BeraterInnen arbeiten mit Menschen an der Gesunderhaltung = Salutogenese, PsychotherapeutInnen arbeiten mit Menschen an der Krankheitsbewältigung = Pathogenese. 

Dazu wird es demnächst mal einen eigenen Blogartikel geben. Salutogenese ist nämlich wirklich ein sehr spannendes Themengebiet – auch aus der Sicht der Klientin / des Klienten.

Das ist vielleicht auch gleich spannend zu wissen: Coaches haben KlientInnen, PsychotherapeutInnen haben PatientInnen.

Aber es gibt ja noch mehr im psychosozialen Bereich. Kurz noch die weiteren Berufe skizziert:

UNTERSCHIED Psychologe – Psychiater –  Psychotherapeut

Jede dieser Berufsgruppen deckt einen eigenen Bereich der Behandlung psychischer Erkrankungen ab, in manchen Bereichen sind Überschneidungen möglich. Also alles in der Pathogenese.

PsychologInnen: Zur Führung der Berufsbezeichnung „Psychologe“ oder „Psychologin“ ist berechtigt, wer das Universitätsstudium der Psychologie abgeschlossen hat.

Innerhalb des Studiums gibt es vielfältige Bereiche, um seinen persönlichen Schwerpunkt zu setzen: zB Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Neuropsychologie uvm.

AbsolventInnen des Psychologiestudiums, müssen die Zusatzausbildung des Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen abschließen, ansonsten ist es laut Psychologengesetz nicht erlaubt, selbständig psychisch kranke Menschen zu untersuchen oder zu behandeln.

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie (Psychiater): Psychiater und Neurologen haben die Facharztausbildung in Psychiatrie und Neurologie absolviert und sind somit Ärzte, die sich auf die Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten spezialisiert haben.

Sie sind für die Behandlung mit Medikamenten und Apparaten sowie anderen Methoden und auch für die Überprüfung der Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente zuständig.

Das Ärztegesetz regelt alle Einzelheiten. Manche Psychiater haben zusätzlich eine Psychotherapieausbildung absolviert und sind somit auch als Psychotherapeuten tätig.

PsychotherapeutInnen: Wie oben bereist kurz erwähnt, ist die Psychotherapie  für die Behandlung von psychischen und psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen zuständig.

Das konkrete Ziel einer Psychotherapie ist nicht vorgegeben, sondern wird zu Beginn der Behandlung zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn besprochen.

PsychotherapeutInnen sind gesetzlich an die Methode, die sie studiert haben, gebunden und dürfen keine der anderen Methoden anbieten.

Ich weiß, es klingt jetzt vielleicht schon ein bisschen verwirrend, aber ich finde es extrem wichtig, dass das mal klar auf einer Seite nachzulesen ist.

Deswegen jetzt noch mal kurz dazu:

WAS IST LEBENS- UND SOZIALBERATUNG?

Lebens- und Sozialberatung oder auch Psychologische Beratung genannt, hat folgendes Tätigkeitsfeld:

In Krisen, Konflikten, herausfordernden Situationen oder dem großen Wunsch nach Veränderung, braucht jeder Mensch beratende Unterstützung. Die gut gemeinten Ratschläge aus dem Umfeld lösen selten dieses Bedürfnis.

Laut Definition ist und Lebens- und Sozialberatung die professionelle Beratung und Betreuung von Menschen in Problem- und Entscheidungssituationen. Sie trägt dazu bei, belastende oder schwer zu bewältigende Situationen zu erleichtern, zu verändern und zu einer Lösung zu finden.

Neben der Medizin, der Psychotherapie und der Psychologie ist die Lebens- und Sozialberatung die 4. Säule in der Gesundheitsvorsorge.

Der Lebensberatung kommt deshalb besondere Bedeutung für die Gesundheit zu, weil sie durch (Wieder)Herstellung umfassender Lebenszufriedenheit das psychische Wohlbefinden verbessert.

So trägt sie entscheidend zur Genesung und der Aufrechterhaltung der Gesundheit bei.

Die Arbeit ist somit vorsorglich, mit gesunden Menschen, die eine zeitlich begrenzte Unterstützung benötigen, um ihren Alltag wieder meistern / verbessern zu können.

Kurz:
Psychologische Beratung = Lebens- und Sozialberatung (LSB)
Psychosoziale Beratung = LSB + Masterstudium

Für beide wird auch Synonym das englische Wort Coaching verwendet. Darum auch manchmal die Verwirrung.
Und ab jetzt wird es skurril! Lest bitte weiter:

WOZU COACHING?

In den letzten Jahren und der steigenden Wichtigkeit der sozialen Medien ist das Coaching stark in Verruf geraten.

Dies liegt einerseits an der Tatsache, dass heutzutage viele Influencer glauben, dass sie nach einem erfolgreich überwundenen Burn-out oder dem „Besiegen“ einer Depression jetzt dazu befähigt sind, ihre erworbenen Erfahrungen als Weisheiten weiter geben zu können.

Andererseits liegt es auch an den vielen Guru Bullshit-Coaches, die um Tausende von Euros die Erleuchtung und Heilung versprechen.

All das haben wir auch in der Intervision mit den KollegInnen besprochen, denn:

WAS DIE WENIGSTEN WISSEN:

Coaching ist in Österreich ein reglementiertes Gewerbe! In Deutschland ist dies noch nicht der Fall, ich bin jedoch davon überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern wird. Das hat auch gute Gründe. Dazu später unten noch mehr.

Wer in Österreich coachen möchte, braucht eine umfassende Ausbildung und einen Gewerbeschein. Coaching ist ein reglementiertes Gewerbe! Nur zwei Berufsgruppen dürfen Coaching anbieten:

  • Lebens- und Sozialberatung
  • Unternehmensberatung

Für eine Gewerbeberechtigung bedarf es also eines speziellen Befähigungsnachweises. Verstöße gegen die Gewerbeordnung ziehen hohe Verwaltungsstrafen nach sich.

Das ist auch der Grund, warum in der Welle der sozialen Medien, auch aus Deutschland, sehr viele Gurus rüberwachsen. In Deutschland ist dies noch nicht reglementiert. Meine deutschen KollegInnen, die allesamt hervorragende Ausbildungen und Studien abgeschlossen haben, befürchten wirklich, dass der gesamte Bereich der Gesundheitsberufe noch mehr in Schieflage gerät, als es jetzt schon der Fall ist.

Viel wichtiger – für euch – ist jedoch:

WIE FINDE ICH EINEN GUTEN COACH / THERAPEUTEN?

In ersten Schritt ist mal wichtig für sich selbst abzuschätzen, ob man in einer Krise oder herausfordernden Situation steckt, aus der man wieder raus finden möchte oder ob man bereits eine krankhafte, lebensbedrohende Störung empfindet.

Bei zweiterem kommt von mir die klare Aussage: Ab zur/m TherapeutIn!

Wenn du dir nicht sicher bist, dann kannst du auch zuerst zum Coach gehen. Psychologische und psychosoziale BeraterInnen und Coaches sind speziell dafür geschult, dieses Thema mit dir zu klären und dich im Krankheitsfall an eine/n TherapeutIn weiter zu empfehlen. (Wobei der Coach natürlich keine Krankheits-Diagnose stellt, das darf er nicht!)

Im zweiten Schritt: Sieh dir genau die Ausbildung und das Fachgebiet deines Coach oder Therapeuten an. Es gibt so viele wunderbare Methoden, aber nicht jede passt für alles! Da geht es zum einen um dein Thema und zum anderen was dir gefällt und zu dir passt.

Und das Wichtigste: BITTE lass dich in einer Krise oder krankhaften Störung nicht von Möchtegern-Gurus aus dem Internet beraten.

Prüfe sorgfältig, auf wen du hörst und wem du vertraust!

Die Psyche des Menschen ist zwar nicht sichtbar, aber mitunter das Verletzlichste, das du jemandem anvertrauen kannst.

Gute Ratschläge von Ex-Patientinnen sind deshalb eigentlich schwere Misshandlung – meiner Meinung nach!

Ich lass mir doch auch nicht von jemandem den Blinddarm rausnehmen, nur weil er selbst schon ne Blinddarm-OP hatte! Da geh ich dann doch lieber zur/m ChirurgIn. Oder?

COACHING = SELBSTLIEBE

All die Qualitätsstandards, wie oben genannt, und deine Selbstfürsorge bringen mich deswegen zu der Aussage, dass Coaching absolute Selbstliebe ist!

Du bist nicht allein! Du musst nicht allein durch deinen Tunnel durch.

Keine Krise oder Herausforderung kann so schlimm sein, als dass man sie nicht gemeinsam lösen könnte.

Alleine kann man wirklich ganz schnell in den Tunnelblick oder das Labyrinth geraten. Es braucht den Blick von außen, dass man das Licht wieder sieht! Es braucht jemanden Außenstehenden, der nicht in deinem System ist, also nicht verwandt oder befreundet mit dir, damit ein objektives Bild der Herausforderung gezeichnet werden kann.

Das rate ich sowohl meinem gesamten sozialen Umfeld und meinen KlientInnen, als auch meinen KollegInnen! Denn:

JEDER GUTE COACH HAT EINEN GUTEN COACH

Natürlich gönne ich mir selbst auch einen Coach. Da geht es um Intervision, Supervision, aber natürlich auch um meine eigenen Steine, die ich in meinem Rucksack herum trage! Klar hab ich auch Steine im Rucksack, falls du dich das jetzt fragen solltest. Ihr wisst eh:

Wer frei ist von Steinen, der werfe den ersten Stein! 😉

Wie sagt ein bekannter Werbeslogan: Es gibt immer etwas zu tun!
Ich liebe es zu lernen und mich zu verbessern. Das hält jung und Herausforderungen lösen sich auf!

Und wenn ich eines in meinen letzten Lebensjahren gelernt hab: Steine weg zu tragen – das mache ich sicher nicht mehr alleine! Ohne guten Coach dauert mir das zu lange und letztlich dreh ich mich ohne den Blick von außen doch nur im Kreis!

Ach ja, bevor ich es noch vergesse: Ein wichtiger Punkt von allen oben genannten Berufsgruppen ist die Schweigepflicht!

WHAT SAYS IN THE ROOM STAYS IN THE ROOM

Alle oben genannten Berufsgruppen, auch die UnternehmensberaterInnen, unterliegen von Gesetzeswegen der Schweigepflicht.

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, könnt ihr das auch in meinem Impressum nachlesen. TrainerInnen sind übrigens nicht an dieses Gesetz gebunden.

Und für alle, denen jetzt noch die Frage auf der Zunge brennt, was ich eigentlich bin: Ich habe Psychosoziale Beratung studiert (oben das Foto ist übrigens von meiner Sponsion) und auch den Gewerbeschein als Unternehmensberaterin gemacht. Ich habe beide Gewerbescheine aufrecht und kann somit ein breites Feld abdecken, welche Leistungen ich von Gesetzeswegen her anbieten darf.

Doppelcoach und Doppelverschwiegenheit quasi 😉

Und: Alle o.g. Berufsgruppen sind auch zu einer jährlichen Fortbildung verpflichtet! Wer rastet, der rostet!

WAR DAS SCHON ALLES?

Nein! Ich muss ja auch ein bisschen Werbung in eigener Sache machen.

Im Rahmen all meiner Studien und Erfahrung gibt es ab Herbst den ersten deutschsprachigen Selbst-Coaching-Onlinekurs mit Live-Coaching-Sessions via Webinar und einer geschlossenen, kostenfreien Facebook-Gruppe, in der live alle Inhalte vertieft werden und es genug Raum für Fragen, Unterstützung, Motivation und Wissen gibt!

Ich freue mich so sehr, dass ich bald eine große Zahl von Frauen dabei unterstützen kann, wenn sie ihre wahre Selbstfürsorge und Selbstliebe pflegen! Am Weg in ein selbstbestimmtes, ausbalanciertes und glückliches Leben und den wahren LEBENS-SINN!

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Einstweilen wünsche ich dir/euch jetzt einen wunderschönen und sinn-vollen Tag und einen guten Start in die neue Woche!

Ganz liebe Grüße,
T
amara

PS: Für den Fall, dass dir das heute noch niemand gesagt hat, möchte ich hier an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnehmen und es dir jetzt sagen: DU BIST GROSSARTIG UND ICH GLAUBE AN DICH!

Ich glaube daran, dass du das Beste FÜR DICH verdienst! Ich bin davon überzeugt, dass es jeder Mensch verdient hat glücklich zu sein! Wenn es ein Problem gibt, für das man eine Lösung finden kann, dann gibt es kein Problem!

PPS: Wenn du mir einen Kommentar hinterlassen willst, freue ich mich sehr! Wenn du Fragen hast: Melde dich!

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von MINDSET EIN MODETHEMA? - vollkommunikativ Tamara Zulechner, MSc am 26. August 2019 um 16:03

    […] ich jedoch nicht so gern mag, wissen alle, die meine letzten Blogartikel (zB über Coaching oder über Lebens-Sinn) gelesen haben: Wenn Möchtegern-Experten ihr Halbwissen an Laien […]

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